Mittwoch, 24. Dezember 2008

Kerri Chandler @ Supermarket / Zürich, 25. Dezember 2008

"I'm on my way, on my way, on my way..."





Ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest allen Freunden, Bekannten und allen Besuchern dieses Weblogs.

Rick Wade presents: Harmony Park

Limitierte Auflage (1000 Kopien), eine Werkschau über sein (breites) Repertoire an floororientierten Tracks und deepen Grooves, Klassiker wie "Fade Away", "Prime Time" und "Forgotten Track" sowie ein ausschliesslich auf diesem Album enthaltener Vocal-Track "Crazy Luv" - was will das Herz eines Liebhabers stilvoller Housemusik mehr?! Ab 29. Januar 2009.


Die Tracklist:

1. Angry Pimp
2. Fade Away
3. Pimp Factor
4. Prime Time
5. Contact
6. I Cant Take It
7. Grimm
8. Forgotten Track
9. Harsh Thoughts
10. Crazy Luv (ft Eva Soul)
11. Long Walk
12. Rome Ext
13. Deep n Dirty

Mehr Informationen z. B. unter: http://www.rushhour.nl/distribution_detailed.php?item=48572

Ben Klock - One

Ben Klock, Resident-DJ im Berliner Techno-Olymp Berghain, Produzent (BPitch Control, Klockworks) und zuletzt auch als Remixer für Kerri Chandler's "Pong" in Erscheinung getreten, wird im kommenden Jahr, genauer am 23. Februar 2009, sein Debut-Album auf Ostgut Ton, veröffentlichen. Den Hörer wird kein reines, straightes Techno-Album erwarten, sondern Ben Klock zeigt darauf auch, mit welchem Geschick er ambiente Klanglandschaften sowie vom gegenwärtigen Dubstep-Trend beeinflusste Tracks zu schaffen imstande ist. Zudem wird Elif Bicer, die bereits auf Prosumer & Murat Tepelis Album Serenity auftreten durfte, mit ihrer Stimme bei zwei Tracks Vocaleinlagen abliefern. Ich bin schon sehr gespannt darauf und hoffe, im nächsten Jahr (2009 also) einmal einem Set von Ben Klock beiwohnen zu können.

Tracklist:
01. ‘Coney Island’
02. ‘Goodly Sin (feat. Elif Biçer)’
03. ‘Check For Pulse’
04. ‘Underneath’
05. ‘Gloaming’
06. ‘Init One’
07. ‘Cargo’
08. ‘OK (feat. Elif Biçer)’
09. ‘In A While’
10. ‘Init Two’
11. ‘Gold Rush’
12. ‘Grip’
13. ‘Thirteen Rounds’

Ein Interview mit Ben Klock gibt's - wo sonst?! - auf ResidentAdvisor: http://www.residentadvisor.net/news.aspx?id=9925

Donnerstag, 18. Dezember 2008

Tony Allen - Ole (Moritz von Oswald Remix)

Tony Allen, der zusammen mit Fela Kuti als wesentlicher Begründer des Afrobeat / Afrofunk gilt, geniesst längst Legendenstatus. Nicht weniger angesehen ist das künstlerische Schaffenswerk Moritz von Oswalds, der gemeinsam mit Mark Ernestus unter den Pseudonymen Basic Channel, Rhythm & Sound und Maurizio, um nur einige aufzuführen, wegweisende Klassiker der elektronischen Musik produziert hat. Beiden Künstlern gemeinsam ist ihr hoher Qualitätsanspruch. Was diesem nicht genügt, wird nicht veröffentlicht. Beide, Tony Allen und Moritz von Oswald sind Bollwerke gegen den massenkompatiblen Geschmack und die Beliebigkeit.

"Ole", die Vorlage, eine feinfühlig ausgearbeitete und dennoch kraftvolle Ballade, erfährt unter der Hand des Mister Basic Channel ein Höchstmass an Verdichtung und Spannung. Ein weich pulsierender, hypnotischer (Club-)Track, der Tony Allens Virtuosität an den Bongos zart betont.

Portable - The Emerald Life

Portable? Musik Krause? Hier auf diesem Blog? What's gotten into you, man?

Reduzierte Drumpatterns, meist 4/4, teilweise auch gebrochen, ein ausgefallenes Vocalsample und ungewöhnliche Soundkollagen sind, zugegeben, nicht allzu oft Gegenstand dieses Blogs, und so mag es durchaus verwundern, dass hier eine Produktion des gebürtigen Südafrikaners Alan Abraham a.k.a. Portable (a.k.a. Bodycode) vorgestellt wird. Sein Markenzeichen - sofern man davon sprechen kann und darf - sind einerseits komplexe Rhythmen, betörend düstere Klangatmosphären und eine freudige Verliebtheit zum Experimentellen, andererseits aber auch eine gepflegte minimale Ästhetik, die er in diesem Jahr bereits auf dem vinyl-only Label Perlon zur Schau gestellt hat. Diese 12"-Vinyl (Knowone Can Take Away, Review: http://www.de-bug.de/reviews/34192.html) war es auch, die mich mit ihrer melancholischen Schwere und Tiefe auf das Werk Alan Abrahams aufmerksam gemacht hat.

Auf "The Emerald Life" bleibt Portable seiner Grundstimmung, einer reizvoll süssen Melancholie, treu. Wobei, die a-side, "OK Then", ist doch vielmehr housey und strotzt nur so vor Kraft, Lust und Lebensfreude. Die b-side, "The Shallow Final" hingegen scheint tief in den süss-melancholischen Stunden des portugiesischen Fado - Alan Abraham lebt mittlerweile in Lissabon - verankert, und dennoch löst sich hier die Schwere einer dunklen (November-)Stimmung auf in Leichtigkeit. (Clubtaugliche) Musik jenseits des monotonen Minimalgefrickels.

Btw: informativer Artikel zu Alan Abrahams Album Version: http://www.taz.de/index.php?id=archivseite&dig=2005/07/08/a0214

Radio Slave - Sex Trax EP


- coming soon -

Mittwoch, 17. Dezember 2008

Chris Gray in the mix - Standby Juror -

Das kalte undurchdringliche Dunkel der immer kürzer werdenden Tage nagt an meiner Substanz. Mir fehlt das warme Licht der Sonne, das Kraft zu Kreativität verleiht. Vor kurzem habe ich in diesem Zusammenhang gelesen, dass der Mensch gerade in der dunklen Jahreszeit verstärkt auf (die Kraft der) Farben setzen soll - ob Kleidung, Wohnungseinrichtung oder Nahrungsmittel. Besonders stimulierend wirken und gar die Kreativität fördern soll laut Aussage des Farbpsychologen Max Lüscher Orange. Orange sei die wärmste Farbe des gesamten Spektrums, erwärme jeden Raum, wirke inspirierend, sonnig und gesund, stimme optimistisch und wecke Selbstvertrauen. Wahnsinn! Soll ich etwa mein Sofa mit einem orangefarbenen Tuch überziehen, Gardinen wechseln und meine bequemen Klamotten gegen feingewebte Leinenstoffe in derselben Farbe eintauschen?

Nein! Denn bald ist's schon wieder vorbei mit dem sogenannten Herbstblues. Auch wenn der kürzeste Tag am 21. Dezember noch aussteht, ab den 24. Januar werden die Tage wieder merklich länger. Und bis dahin werd' ich mir an den Abenden regelmässig die Zeit nehmen, um einzutauchen in die unendlichen Weiten der Musik. Ganz besonders freue ich mich auf einen brandneuen Mix des US-Amerikaners Christopher Gray a.k.a. Chris Gray, der insbesondere in den späten neunziger Jahren und zu Beginn des neuen Jahrtausends mit seinen Veröffentlichungen auf Trackmode (Larry Heard, Theo Parrish, JoVonn), Subwoofer (Kerri Chandler, Ron Trent, DJ Rasoul) sowie seinem eigenen Imprint Deep4Life auf sich aufmerksam gemacht hat. Sein neuer Mix, den er erst gestern eingespielt hat, heisst Standby Juror und ist eine Reise durch ausgewählte musikalische Landschaften zwischen Chicago, Detroit, New York. Und mit Sven Weisemann's "Let's Swing" sogar ein wenig (an Detroit orientiertes) Berlin. I'm diggin' it!

Zum Mix geht's hier lang: http://chrisgraydeep.com/audio/mixes/standbyjuror.mp3

Tracklist

1. [00:07] standby juror - “panel 35″
2. [05:37] japanese synchro system - “a day in the life” - life line
3. [16:07] osunlade - “mr. president” (the year of the monkey) - yoruba
4. [20:37] osunlade f. maiya james - “same thing” (instrumental) - papa
5. [26:27] loftis iv - “you are all i need” - loftwerk
6. [31:27] hanna - “shimmer” - unlimited
7. [37:07] pete moss - “perfect timing” (ep) - soundbetweenmovement
8. [42:07] hanna - “come closer” - unlimited
9. [48:37] melvin moore - “the rhythm” (deep textures, vol. 1) - metaphor
10. [51:37] ananda project - “i hear you dreaming” (larry heard nocturnal) - night grooves
11. [57:47] zap mama - “crazy life” (shelter anthem) - shelter
12. [67:07] femi kuti - “traitors of africa” - restricted access
13. [72:57] sven weiseman - “let’s swing” - mojuba

Mittwoch, 10. Dezember 2008

DJ Spinna & Ovasoul7 - You Should Be Loving Me

Auf seine Produktionen, seien es Remixe oder eigene Songs, warte ich stets mit grosser Ungeduld. Vincent Williams a.k.a. DJ Spinna zählt für mich zu den (wenigen) DJs und Produzenten, die in ihren Sets und Werken den true spirit of soul der black music verkörpern. Und so ist es schwer, ihn in eine ganz bestimmte Genre-Schublade zu stecken. Inspirationsquellen für sein künstlerisches Schaffen sind der unerschöpfliche Reichtum des Jazz, des Funk oder Soul, deren Fortführung und Weiterentwicklung in Disco und House sowie R & B und Hip Hop. Mit Mos Def, Talib Kweli und De La Soul hat er bereits zusammen gearbeitet, ebenso für das Projekt Polyrhyhtm Addicts, und für das kommende Jahr 2009 hat er die Veröffentlichung eines neuen Studio-Albums angekündigt, ein "real boom bap hip-hop album".

Seine neueste 12"-Vinyl, "You Should Be Loving Me" ist denn auch (wie schon so oft) ein weiterer Meilenstein der soulful house music. Für diesen Song ging DJ Spinna zusammen mit dem US-amerikanischen Sänger Ovasoul7 (dessen Stimme bereits Produktionen von Deetron, "I Cling" oder Motorcitysoul, "Change You" den gewissen touch of soul verlieh), Mark De Clive-Love (Keyboards), Finn Peters (Querflöte) und Selan Lerner (Moog) ins Studio. Ergebnis: ein wohlklingend-harmonischer Song, eine sensible Soul-Ballade, die jedoch kein bisschen träge ist, sondern frisch und belebend wirkt. Clubtauglicher ist auf jeden Fall der Remix des "Son Of Raw", Dennis Ferrer, der "You Should Be Loving Me" einen Hauch von Brooklyn-Roughness verleiht.

Ein aktuelles Video-Interview mit DJ Spinna gibt's unter:

http://www.germanrhymes.de/Interviews/DJ-Spinna.html

The Songstress (Kerri Chandler & Jerôme Sydenham) - See Line Woman

Ein Blick in die Vergangenheit, drei Musiker, die Geschichte schrieben und bis heute noch schreiben. Nina Simone, von Stephan Hentz in der Neuen Züricher Zeitung liebevoll als Sirene der Black Music bezeichnet, Kerri Chandler und Jerôme Sydenham, zwei herausragende Produzenten und Tonkünstler der House Music. Letztere treten hier unter ihrem Projektnamen The Songstress auf und nehmen sich des Nina Simone-Klassikers "See Line Woman" (wiederum basierend auf einem alten Folksong aus den US-amerikanischen Südstaaten) an.

Kerri Chandler und Jerôme Sydenham bedienen sich dabei der Melodie des Ausgangsthemas, reduzieren diese auf ihr Hauptthema und bauen um dieses hochgeloopte Sample ein geradlinig treibendes Beatarrangement, dessen subtiler Groove tief im "New Jersey Style" bzw. "Brooklyn Style" verankert ist. Zurückhaltend, unaufdringlich hält sich ihr Remix im Hintergrund und erreicht beim Hörer eine grösstmögliche Aufmerksamkeit auf die seidige, mit der notwendigen Portion Rauheit ausgestatteten Stimme Nina Simones. Eine zeitlos klassische Produktion aus dem Jahre 1999 (http://www.discogs.com/release/14535)

Philpot Label Showcase 12 / 2008 - compiled and mixed by Soulphiction

Dass Benz-Town, Porsche-City oder Bosch-Hausen, also Stuttgart, mehr ist und mehr kann als die unüberschaubare Vielzahl an Bars und Clubs, die wie an einer Perlenkette aneinandergereiht die Theodor-Heuss-Strasse säumen; dass Stuttgart mehr ist, als diese hübsch glatt polierten, durchweg auf retro oder minimal chic setzenden und damit unerträglich oberflächlich und langweilig gewordenen Ausgehmöglichkeiten; dass Stuttgart auch mehr kann, als der in diesen Locations bis zum Overkill gespielte seichte und hohle Handttaschen-House...

...dass Stuttgart auch und gerade in Sachen Musik seinem Namen als Motor City und den damit verbundenen Qualitätsanspruchen gerecht wird, das beweist (einmal mehr) Michael Baumann a.k.a. Jackmate a.k.a. Soulphiction. Mit Veröffentlichungen auf Playhouse, Perlon, Pokerflat, Freude Am Tanzen, Resopal oder Sonar Kollektiv sowie auf seinem eigenen Imprint Philpot deckt der umtriebige Schwabe die Bandbreite von einer dezent unaufdringlichen, swingend-melodischen Interpretation elektronischer Musik über straight stampfende Drumbeats und pumpende Bässen bis hin zu perkussiv-druckvollen Gefrickel und fein perlend reduzierten Grooves äusserst erfolgreich ab. Wer sich auf seinen Sound einlässt, bekommt sehr deutlich vor (Ohren) geführt, dass Michael Baumann a.k.a. Jackmate a.k.a. Soulphiction vor dem historischen Charakter der Legenden Chicagos und Detroits zwar ehrfurchtsvoll den Blick senkt, sich von ihrem beinahe imperialen Erbe aber nicht einschüchtern lässt. Zwar zieht er - sinnbildlich gesprochen - ihre Schuhe an, geht aber seinen eigenen, individuellen Weg. Und gerade diese Lebendigkeit verleiht seinen Produktionen mit einer unwiderstehlichen Anziehungskraft.

Einen Einblick in sein künstlerisches Schaffen gewährt er in einem Showcase, den er auf der Website seines Labels Philpot bereithält. Here you go: http://www.philpot-records.net/promo/PhilpotShowcase122008.mp3

Tracklist

1. Soulphiction - Underground Railroad (Philpot)
2. MXM - Move Me (Twisted Mix) (Philpot)
3. Break SL - TME (Philpot)
4. Baaz - Clouds (White)
5. KDJ - Should..ve known (Edit)
6. Reggie Dokes - Rain on me (Philpot)
7. Vakula - Untitled
8. Legit Edit Pt. I (Legit Edit)
9. Robert Auser - No Way Back (White)
10. Sascha Dive - Deepest America (Moodymann Remix)
11. ManmadeScience - Tätarätä (Philpot)
12. Jackmate - Chicago-Toronto (Philpot)
13. Fred P - Other Music (UQ)
14. Marcus Mixx - The Spell (Ron Hardy Mix) (Let..s Pet Puppies)
15. Rashmir - The Package (Jersey Soul mix)
16. Ian Simmonds - Whos Blues (SoulPhiction Remix) (Musik Krause)
17. Legit Edit Pt. II (Legit Edit)

Dienstag, 9. Dezember 2008

Redshape (live) @ Club Zukunft, Samstag 13. Dezember 2008

Kaum erholt von einer mit Sicherheit überwältigenden Labelnacht der Züricher Drumpoeten, geht's am darauffolgenden Samstag, den 13. Dezember, auch schon weiter an der Dienerstrasse 33, wenn Redshape der Züricher Zukunft seine Ehre erweist und dem Clubgänger und Musikliebhaber mit einem atemberaubenden Set einzuheizen weiss. So fresh, so funky war (Detroit) Techno seit Jahren nicht mehr. Real Motor City madness!

Drumpoet Community - Labelnacht @ Club Zukunft, Freitag, 12. Dezember 2008

Zwei Jahre Drumpoet Community, 20 Veröffentlichungen. Wenn das kein Grund zum Feiern ist! Und so laden Alex Dallas und Ron Shiller an diesem Freitagabend in die Züricher Dienerstrasse 33, um dies zusammen mit Crowdpleaser aus Genf gebührend zu feiern und anspruchsvoller Clubmusik zu frönen. All night long. Hey you, this is music for you!

Montag, 8. Dezember 2008

ResdentAdvisor - Motor City Drum Ensemble - Podcast

Die neue Woche könnte nicht besser beginnen als mit einem knapp siebzig Minuten dauernden Mix von Danilo Plessow aus Stuttgart, der hierfür jedoch hinter seinem Künstler- bzw. Projektnamen Motor City Drum Ensemble zurücktritt. Ursprünglich aus Stuttgart, der Motor City Deutschlands schlechthin (Mercedes Benz, Porsche), bewegt er sich als Produzent seit etwa fünf Jahren zwischen den (groben) Eckpfeilern Broken Beats und House und machte insbesondere in diesem Jahr mit seiner Raw Cuts - Reihe auf sich aufmerksam. Seinen Stil beschreibt das Fanzine ResidentAdvisor als "house tracks that managed to be retrospective and forward-thinking at the same time". Dies wird durch einen (kurzen) Blick auf die Tracklist des eigens für ResidentAdvisor eingespielten Podcasts deutlich, finden sich hier doch Tracks von Imprints wie Strictly Rhythm, Apricot Records oder Ron Trents Label Prescription. Doch genug von mir. Let the music talk:

Die Tracklist:

01. Jason Brothers - All My Life (MCDE)
02. C2C4 - Specimen (Moxie)
03. Endangered Species - Endangered Species (Strictly Rhythm)
04. Rick Wilhite - Get On Up!!! (Theo's Late Night Dub) (Apricot Records)
05. D'Ran D'Ran D'Ran - D'Ran (Rockwell)
06. Rick The Godson - City Bar Groove (Music Is)
07. Mystic Slot - No Way Back (Black Cock)
08. Boogyman - Memory (Superhuit)
09. Motor Bass - Flying Fingers (Different Recordings)
10. Motor City Drum Ensemble - Untitled Demo (MCDE)
11. James Duncan - Untitled (Le Systeme)
12. Octave One - Modernism (430 West)
13. Aybee - You In Love (Prescription).

Link zum Mix
http://ra1.residentadvisor.net/audio/RA132_20081208_Motor-City-Drum-Ensemble-residentadvisor.net.mp3

Celestial Choir - Stand On The Word (Larry Levan Unreleased Mix)

Musik aus den 70er- und 80er Jahren - sind das nicht diese grottigen Heuler, die auf Parties gespielt werden, deren Flyer regelmässig die Unterschrift "stilecht kleiden" ziert, auf denen sich regelmässig zig Jugendliche, eingezwängt in neonfarbene Leggins, weitaufgeknöpfte Rüschenblusen, bonbonfarbene Shirts und Cowboystiefel, einfinden, um im Kollektiv der anonymen Masse einen auf kultig zu machen? Die Antwort fällt - erschreckend! - einstimmig aus. Ja!
Wenigstens mitverantwortlich daran sind im südbadischen / Freiburger Raum Veranstaltungen wie "Summer Of Love", "80° eighty degrees" und der ganze andere Oldies-Ü30-Kram. Parties, die sich schon seit Jahren eines unverminderten Zuspruchs erfreuen dürfen und dazu beitragen, dass ich im Freundes- und Bekanntenkreis stets schief angeschaut werde, wenn ich mich zu der Musik aus einer Zeit bekenne, in der ich zu jung war, um erste Schritte ins Nachtleben zu unternehmen.

Erklären, wenn nicht gar verteidigen muss ich nämlich meine (gar nicht einmal so heimliche) Liebe zu Soul, Funk, Disco, Boogie - dem Clubsound der 70er und 80er Jahre. Verbannt ist diese Musik in kleine, dunkle Keller, wie ein Kind, das niemand haben will. Verzeiht diesen makabren Vergleich. Doch dieses - vermeintliche - Schattendasein hat auch sein Gutes: in Internet-Foren zurückgezogen, tauschen sich Liebhaber, Connaisseure und Fachleute fernab jeglicher Wortgefechte um Cool- und Hipness aus, bewahren und überliefern das reichhaltige Erbe dieser Genres. Glaubwürdigkeit, Echtheit und Zuverlässigkeit sind hier der normative Massstab. Mit einem Wort: Authentizität. In diesen Foren gibt's Fakten, Hintergründe und Geschichten zu den einzelnen Veröffentlichungen. Doch, und das ist m. E. noch viel wichtiger, es darf geschwelgt werden von den (guten alten) Funk-/Soul- und Disco-Zeiten. Rationalität und Gefühl tauchen nicht als dichotome Kategorien auf sondern laufen synchron zusammen.

Doch, bevor ich den Faden ganz zu verlieren drohe, zurück zum Wesentlichen. Zu einer musikalischen landmark jener Zeit: Celestial Choir - Stand On The Word (Larry Levan Unreleased Mix) ist einer dieser Songs, die einen innert kürzester Zeit vollumfänglich vereinnahmen und bei denen es kein Leichtes ist, sich dieser Vereinnahmung zu entziehen. Ausgangsmaterial ist ein Gospel-Souler, The Joubert Singers - Stand On The Word, aus dem Jahre 1985, produziert von Phyllis Joubert und George Rodriguez. Für's Mastering zeichnete kein geringerer als Herb Powers Jr. verantwortlich, ein Mastermind seiner Zeit, und für den hier vorgestellten Remix: Larry Levan. New York, Paradise Garage, Larry Levan. Do I need to write more?!

Freitag, 5. Dezember 2008

Sound Stream - Makin' Love (Sound Stream)

Cassy, Prosumer, Steve Bug, Sebo K, Marcel Dettmann - die Namen der DJs, die in diesem Jahr "'Live' Goes On", die vierte Veröffentlichung von Frank Timm's Sound Stream-Projekt gechartet haben, sind Legion. Wer könnte sich auch diesen Disco-Delikatessen enthalten? Ich kann's auch nicht und "'Live' Goes On" ist ein Track, den ich täglich hören könnte.

Der Vorgänger, "Love Jam / Makin' Love" (http://www.discogs.com/release/794940) war nicht minder begehrt und begehrenswert. Ich bin diesen Piano- und Stringsamples, kleingehackt und zu einem hypnotisierenden Groove voller Funk und Soul zusammengesetzt, schlicht und einfach verfallen. I love makin' love! C U next week!

Donnerstag, 4. Dezember 2008

It's Purple - Jamie Lewis, Kemal & Le Roi @ Atlantis, Samstag 6. Dezember


Etwas spät bin ich dran mit dem Upload dieses Flyers und dem Hinweis auf das Event It's Purple. Zu feiern gibt's das sechsjährige Bestehen dieser Veranstaltungsreihe mit Headliner Jamie Lewis, flankiert von seinem Basler Leutnant DJ Le Roi und Kemal aus Los Angeles.

Purpur - die Farbe der Könige, Kaiser oder Kardinäle. Niemand ausser ihnen durfte - in grauer Vorzeit - Kleidung in dieser äusserst schwer zu gewinnenden Farbe tragen. Purpur ist etwas Kostbares, verbreitet Noblesse und Distinktion.

Diese Erlesenheit zeigt sich auch beim Blick in den Katalog der Veröffentlichungen und Artist Roster von Purple Music: Kenny Bobien ("How I Feel", http://www.discogs.com/release/153347 ), Jocelyn Brown ("Hooked On You", http://www.discogs.com/release/244884), Michelle Weeks ("The Light",http://www.discogs.com/release/55446 ) auf der einen, Yass ("He Reigns" http://www.discogs.com/release/918691), Frankie Boissy und der Label-Gründer persönlich, Jamie Lewis ("It's Over", http://www.discogs.com/release/646659 ) auf der anderen Seite.

Da lacht das Herz eines jeden, der sich für eine feinfühlige und sonnige Spielweise der House-Musik begeistern lässt. Wo's stattfindet? Im Atlantis, um 23 Uhr.

Cavalier - Ride 'Em EP

Die Schweiz. Nahezu zwei Jahrzehnte war Bern, die Kapitale dieser kleinen Alpenrepublik meine Heimat. Auch in musikalischer Hinsicht. Hier fand mein Erstkontakt zu House und der Szene der elektronischen Musik insgesamt statt. Als Fünfzehnjähriger, in den Mittneunzigern, hielt ich meine erste Compilation dieser Sounds, die mich seither nicht mehr losgelassen haben, in den Händen. Es war "The Experience Chapter 1", erschienen auf King Street Records (http://www.discogs.com/release/180068). Ein US-Import. Mood II Swing, 95 North, Urban Soul die ersten Namen, die sich mir tief in mein musikalisches Gedächtnis eingegraben haben.

Seit dieser Zeit wurde House in regelmässigen Zeitabständen totgesagt, und erfuhr mindestens genauso oft eine Auferstehung und Neubelebung. Doch House hat noch nie gelebt, wenn unter diesen Oberbegriff diese mir gänzlich unerträglichen Konservendosen-Remixe der stets "angesagtesten" R'n'B-Charts oder ein sogenanntes "Ibiza-Summer-Anthem", das schon im darauffolgenden Sommer in einem "2006-, 2007- oder 2008-Gewand" erscheint. Diesen Produktionen fehlte und fehlt eine wesentliche Grundvoraussetzung, um zu leben: Körper und Seele.

Körper und Seele, die untrennbaren elementaren Bestandteile des Lebens, finden sich jedoch unabstreitbar wieder in den Veröffentlichungen der Drumpoet Community, dem - meines Erachtens - schweizer Vorzeigelabels in Sachen elektronischer Clubmusik. Seit etwas mehr als zwei Jahren warte ich sehnsüchtigst auf jede Neuveröffentlichung, die das Kürzel DPC_00, und dann die jeweilige Kennzahl, trägt. Nun ist es wieder soweit. Unter der Katalognummer DPC_019-1 erscheint diesen Dezember die bereits 19. 12"-Vinyl. Sie heisst "Ride 'Em EP" und verantwortlich zeichnet dafür Cavalier. Wer hinter diesem Pseudonym steht, mag ich derzeit noch nicht verraten. Zwei Dinge vielleicht: er stammt aus der Schweiz und seine Produktionen, insbesondere seine Remixe waren in diesem Jahr regelmässig on heavy rotation auf den Plattentellern namhafter DJs, wie beispielsweise Sebo K, Jimpster oder Loco Dice. Und spätestens wenn die ersten Takte von "The Beat", dem ersten Track der a-side, erklingen, sollte man's wissen: so deep, groovy und slick kann derzeit einfach nur einer.

"The Beat", "Deep Rider", "I Know" und "Last", die vier Stücke dieser Extended Play atmen den Geist Chicagoer Schule, sind sich des reichhaltigen Erbes einer der Geburtsstätten der House-Musik bewusst bei gleichzeitiger Modernität. Und, was das wichtigste ist: sie beinhalten Tiefgang und Emotionen, verleihen Körper und Seele neue Kraft. Noch nie war House so lebendig wie jetzt. Und die Drumpoet Community bereitet dieser Spielart der elektronischen Musik den optimalen Nährboden. Soon to be classics oder einfach killer tracks!

Dienstag, 2. Dezember 2008

Blaze - Breathe (Ashley Beedle's Exhale Vocal Mix)

Ich benötigte Luft zum Atmen, Raum zum Leben und Zeit zum Denken. Ich atmete tief ein, atmete die Anspannung und Hektik der zurückliegenden Tage aus. Liess mich fallen, um mich wieder zu erheben, und bin nun, nach einer kurzen Zeit der Abwesenheit wieder zurück auf keep-it-deep. Ya know: There's a place for everyone. There's a time for everyone. There's a chance for everyone. There's a hope for everyone.